Einer meiner favorisierten Blogs ist die extrem liebevoll und stilvoll gestaltete Website „Aus dem Garten“. Hier schreibt Katharina über ihre mehrjährige Erfahrung mit Stauden, Sommerblumen, Frühblühern, Saatgutbestellungen und die Slow-Flower-Bewegung. Zwei Kategorien gefallen mir auf ihrem Blog ganz besonders: die einzelnen Pflanzenportraits – danke für deine Mühe, die hier zwischen jeder Zeile zu lesen ist und vor allem die vielen praktischen Tipps! – und die Kategorie „Durch das Jahr“.

Letztere gefällt mir wirklich gut, sodass ich so frei bin und diese übernehme. Denn die Rückblicke auf die beendeten Gartenmonate enthalten für mich viel mehr Ehrlichkeit als eine monatliche Liste an Aufgaben, die wir im Garten erledigen sollten, könnten, müssten – aber am Ende vielleicht gar nicht tun. So entsteht auch bei mir ein „Gartenjournal“.

August slipped away

But I can see us lost in the memory
August slipped away into a moment in time
‚Cause it was never mine

„August“ von Taylor Swift

Der achte Monat in diesem Jahr erschien mir ganz wie in den Lyrics von „August“ beschrieben. Im Gegensatz zum letztjährigen August, der trotz Corona randvoll gefüllt war mit Leichtigkeit, Freizeit und sommerlicher Wärme, sind mir die letzten fünf Wochen durch die Finger geronnen. Kühle herbstliche Temperaturen sind zwar nachts angenehm zum Schlafen (und auch als Hochschwangere kann ich mich wirklich nicht über die diesjährige Hochsommer-Wettersituation beschweren), doch versprühen sie auch nicht den luftigen Esprit des Sommers.

Das bemerkten auch die Pflanzen. Jedenfalls meine. Rot sind beispielsweise nur ein Bruchteil der Tomaten. Im Juli konnte ich noch keine einzige ernten. Jetzt hat es bis zum Ende des Augustes immerhin für fünf Kilo gereicht. Sind ja „nur“ neun Pflanzen inklusive Ochsenherzen. Zum Glück pflanzte ich doch mehr, als ich es ursprünglich geplant hatte. Sonst wären es bisher wirklich nur eine Handvoll der roten Früchte gewesen.

5 kg Tomatenernte und unser primäres Tomaten-Hochbeet an der Hauswand.

Apropos rot: Die Erdbeeren sind nun in ihrer zweiten Runde angekommen. Sie erblühen mit Stolz und gaben diesen in leckeren Naschereien an uns weiter – vor allem jedoch an den Knirps.

An sich war der August eher ruhig. Umgegraben, eingepflanzt oder ausgesät habe ich kaum – mein Mann erfreute sich dieser Situation. („Leg doch mal die Beine hoch in der Schwangerschaft und genieße den Garten!“) Wobei der Genuss für mich auch gerade im Garten-Workout liegt. Okay, falsch. In der ersten Woche hatte ich doch zwei Tage Gartensession. Das verraten mir die Fotos auf dem Handy. Ich setzte einen Säulenapfel in einen Kübel um, der sich unglaublich unwohl an seiner Stelle fühlte und nutzte seinen ehemaligen Platz für den Säulenholunder Black Tower, der sich wiederum kränklich in seinem Topf fühlte. Vorne dran setzte ich die Hortensie Lila Red Beauty, die ich aus ihrem Kübel befreite, nachdem ich las, wie groß sie werden kann, wenn man sie lässt. An ihrer Stelle kam eine Mini-Hortensie im puren Weiß zum Eingangsbereich. Nebenan gesellten sich eine Herbstaster und eine kleine Herbstanemone zu ihr. Die beiden haben dort zwar nicht die idealen Wachstumsbestimmungen – eher schattig und zudem mögen sie das Beet – doch ein Versuch ist es wert.

Eingangsbereich vor unserer Haustür.

Zudem holte ich zwei gelbe Sommerstauden (Name aktuell unbekannt, da dem Garten meiner Mutter entnommen) aus den Vorgarten nach hinten. Denn gelb passt hier einfach nicht in mein Farbkonzept. Im Angesicht der kühlen Wettervorhersage wagte ich diesen Schritt im Hochsommer. Jetzt, vier Wochen später, kommen wieder neue Triebe aus den Tiefen der Erde hervor. Wer wagt, gewinnt. Check.

Zwischendurch füllte ich noch meine Gemüsetöpfe von Gurken, Stangenbohnen und Zucchini mit Komposterde auf – in der Hoffnung, sie noch einmal zum Leben zu erwecken. Diese Pflanzen werde ich nicht noch einmal in einen Kübel setzen. Letztes Jahr sind sie alle so toll im Square Foot-Beet gewachsen, das werde ich nächstes Jahr wieder so tun. Dann muss jedoch eine Kletterzucchini her.

Nebenbei baute mein Mann noch die schnelle DIY-Matschküche für den Knirps auf und obendrauf gab es dann auch noch ein paar herrlich heiße Tage.

Ernte von Gemüse und Blumen

Abgesehen von den zwei schon vergessenen Gartentagen, stand in diesem Monat das Ernten im Vordergrund: die besagten Tomaten, vereinzelte Gurken, 2-3 Peperoni, eine Mahlzeit Stangenbohnen, Erdbeeren, Heidelbeeren, drei Zucchini, annähernd drei Kilo Kartoffel und jede Menge Blumen. Kennt ihr bereits meinen Instagram-Account @derpflueckgarten ? Hier poste ich immer wieder meine Blumensträuße und Bilder aus dem Garten. Die Kartoffeln ließ ich übrigens vom Knirps und seinen zwei Cousins (4 und 7 Jahre) ausgraben. Das dazugehörige Wühlen in der Erde war ein großer Spaß. Danach putzten wir die Knollen noch und bereiteten uns gemeinsam ein Gemüseblech zum Mittagessen zu.

Während das Gemüse jedoch im Allgemeinen bei mir wirklich keinen heiteren Sommer hatte (Wie war das? Die meisten Gemüsearten mögen es nicht, wenn es nachts unter 15°C abkühlt? Tja, so spielt jedoch das Leben.) – empfinden meine ausgesäten einjährigen Dauerblüher wie Zinnien und Astern, dieses Jahr prächtig. Sie wurden auch von den Schnecken großteils unbeachtet links liegen gelassen – im Gegensatz zu meinen Dahlien, die es nur noch im Gerippe gibt. Oder meine Zucchini. Denn die drei geernteten sind die einzigen, welche von den Schnecken verschont blieben. Verheißungsvolle dunkelgrüne Fruchtansätze gab es mindestens viermal so viele.

Noch einmal zurück zu den Blumen. Um die Blütenpracht zu gewähren, führte es mich einmal in der Woche zur Gartenschere und ich schnitt Verblühtes und Blühendes zurück. Verblühtes vor allem am Sommerflieder und den Sommerstauden. Blühendes von den gezogenen Schnittblumen. Denn die meisten hiervon sind sogenannte „Cut and Come“-Blüher. Was das genau bedeutet? Simpel erklärt: Je häufiger du diese Blumen schneidest, umso blühfreudiger zeigen sie sich. Dazu gehören bspw. Zinnien, Cosmeen und Astern. Nähere Informationen findest auch hierzu auf dem Blog „Aus dem Garten“, den ich nur zu gern noch einmal verlinke.

Rückblick und Fazit

Im nächsten Jahr möchte ich mehr weiße Blüten ins Spiel bringen. Dieses Jahr ist mir die Schnittblumenauswahl doch etwas zu pinklastig.

Zudem kommen Stangenbohnen, Gurken und Zucchini 2022 wieder ins Gemüsebeet. Außerdem möchte ich mich mehr über Dahlien erkundigen, wie auch über die Kunst Blumen zu trocknen, sodass ich auch im Winter noch Freude an ihnen habe. Gut, dass es dazu tolle Bücher gibt und ich bald Geburtstag habe. So als kleiner Hinweis an meine Familie… 😉

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