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Als ich Anfang 2020 die Bewerbung für meine jetzige Arbeitsstelle verfasste, gab ich in meinem CV die Rubrik Leidenschaften (anstatt Hobbys) an. Hier zählte ich neben dem Garten auch Minimalismus auf.

Der Begriff ist überall. Im Fernsehen, auf YouTube, in Netflix, in Buchhandlungen – überall sieht man die Buchstaben M I N I M A L I S M U S. Und fast erscheint er als Modeerscheinung, die bald wieder geht. Ich hoffe jedoch, dass der Gedanke, der hinter dem Begriff steht, noch lange in unserer Gesellschaft bleibt und er es sich als gute Gewohnheit gemütlich macht.

Im weitergehenden Bewerbungsgespräch wurde mir klar, dass der Begriff zwar gefühlt überall zu sehen ist, im praktizierenden Alltag der Gesellschaft jedoch so gut wie nicht vorkommt.

„Minimalismus – das habe ich ja noch nie auf einer Bewerbung gesehen. Was genau kann ich denn darunter verstehen?“

Tja, da musste ich mich wohl erklären und tat dies mit Begeisterung.

Was ist also Minimalismus? Gibt es überhaupt eine feste Definition? Im Großen und Ganzen: ja. Im Detail: nein. Denn die Definition ist stark abhängig von der eigenen Lebenswahrnehmung und -umgebung.

Der Duden bezeichnet Minimalismus als bewusste Beschränkung auf das Nötigste. Und hier beginnt der Freiraum der ausgelebten Interpretation. Denn was ist für dich, was ist für mich das nötigste? Minimalismus kommt daher oft einher mit weiteren Weltanschauungen, Lebensstile und Philosophien. So passiert es auch, dass viele Menschen minimalistisch leben, ohne sich dem bewusst zu sein oder den eigenen Lebensstil als solchen zu bezeichnen.

Konsumverzicht, Konsumruhe, Einfachheit, Nachhaltigkeit, Zero Waste, Selbermachen, Achtsamkeit, Entschleunigung, Sparsamkeit, Einklang von Geist und Gedanken, Spiritualität, Überdenken von Glaubenssätzen und Lebenswünschen, Morgenroutinen, Slow Life, Slow Family, Karriereziele, soziales Engagement, Work-Life-Balance, Finanzplanung. All das sind Begriffe, die mit dem Minimalismus verbunden werden könnten.

Zudem gibt es eine rege Diskussion darüber, ob die Bewegung des Minimalismus eine Wohlstanddebatte des reichen Westens sei. À la: nur wer mehr als genug besitzt, kann auch aktiv sich auf das Nötigste beschränken. Im Gegensatz dazu gibt es jedoch auch genügend Menschen, die sich, obwohl sie noch nie im westlichen Wohlstand lebten, bewusst für den minimalistischen Lebensstil entscheiden.

Über die letzten drei Jahre habe ich immer wieder Bücher, Artikel und Blogbeiträge zu diesen Thema gelesen. (Darüber wie sich meine Reise zum Minimalismus gestaltete und wie diese bisher verläuft, schreibe ich im Beitrag Mein Weg zum Minimalismus.) Es ist faszinierend dabei zu beachten, wie unterschiedlich der Background, die Lebensanschauungen und Ausbildungen der einzelnen Autoren und Autorinnen sind. Daher habe ich mich dazu entschieden, euch einfach vier Definitionen des Begriffs Minimalismus mitzugeben, die nicht auf meinem Mist gewachsen sind:

Minimalistisch leben heißt Stress reduzieren und wertvolle Zeit gewissen für die wirklich wichtigen Dinge im Leben – und ist im Hinblick auf Umwelt und Klima das Gebot der Stunde.

Herrmann, Christof, (2020), Das Minimalismus-Projekt*, München, Gräfe und Unser Verlag GmbH, S.8

Christof Herrmann* ist einer der ersten in Deutschland gewesen, der aktiv über eine minimalistische Lebensweise berichtete. Es heißt in seinem Standardwerk, dass es beim Minimalismus keine festen Regeln gibt, wie nur noch eine bestimmte Anzahl an Gegenstände zu besitzen, sondern es vielmehr eine Befreiung von Ballast – egal in welchem Bereich – sei. Er selbst ist ursprünglich Informatiker, kündigte dann jedoch seinen Job und lebt seitdem für sein Projekt, während er sich viel in der Natur aufhält – inklusive mehrerer Alpenüberquerungen.

Minimalismus ist eine Lebenseinstellung und ein stetiger Prozess mit dem Ziel, alles Überflüssige zu entfernen und Platz für das Wesentliche zu schaffen. Wer dabei versucht, weniger zu besitzen als alle anderen, hat nicht verstanden, dass dies kein Wettbewerb ist. Ein Minimalist kann sich ebenso über Leere auf der Fensterbank wie über eine leere Seite im Kalender freuen.

Denise Colquhoun, https://fraeulein-ordnung.de/minimalismus, Minimalismus – was bedeutet das eigentlich? 14/04/2016

Denise Colqhoun ist besser als Fräulein Ordnung* bekannt und ist, wie der Name schon verrät, Ordnungsexpertin und -coach. Und das schon seit 2011. Auf ihren Blog und in ihren Büchern* erläutert sie, wie das eigene Leben ordentlicher gestaltbar ist. Dabei greift sie auf einen langjährigen Erfahrungsschatz in ihrer beruflichen Tätigkeit und in ihrem Job als dreifach Mutter zurück.

Doch beim Minimalismus geht es um so viel mehr als darum, ein paar verstaubte Gegenstände zu entsorgen. Es geht darum loszulassen, Prioritäten im Leben zu setzen und wieder zu sich selbst zu finden.

Jachmann, Lina, (2019), Einfach leben – der Praxis-Coach,* München, Knesebeck GmbH & Co. Verlag KG, S. 9

Die Bücher „Einfach leben“* von Lina Jachmann und der dazugehörige Praxis-Coach* gehören von Beginn an zu meinen Favoriten. Lina Jachmann ist Großstädterin und arbeitet als Autorin und Kreativdirektorin. Sie beschäftigt sich dabei mit einem nachhaltigen Lebensstil durch Minimalismus.

Der Gedanke, dass ich all diesen Kram nicht besitzen muss, sondern darf, verändert mich plötzlich. Gott beschenkt mich mit vielen wundervollen Dingen, die ich gebrauchen und lieben darf, (…), aber er bürdet mir keine Last mit all diesem Besitzen auf. Die Dinge in meinem Zuhause sollen mein Leben bereichern und erleichtern, aber nicht verkomplizieren und beschweren. Ich bin frei, diese Dinge loszuwerden.

Löwen, Anne (2021), Minimalismus Mom*, Brunnen Verlag GmbH, S. 17

Anne Löwens Buch* ist erst 2021 erschienen und verdient trotzdem einen Platz auf dieser Liste. Ihr Background ist nicht nur das bewusste Leben mit vier Kindern, sondern auch ihre Verankerung im christlichen Glauben. Daher ist ihr Buch für mich aktuell einzigartig auf dem deutschen Buchmarkt.

Und wie würde ich Minimalismus definieren?

Eine Definition ist es bei mir nicht, vielmehr eine prozessartige Interpretation. Momentan würde ich meinen individuellen Minimalismus folgend bezeichnen: Eine nachhaltige Verbindung zu meinen Mitmenschen, vor allem zu meiner Familie, zu erschaffen und zu erhalten – ohne dabei abgelenkt zu sein von der schnelllebigen Welt in ihrem größer-schneller-weiter Rhythmus. Dazu gehört es meinem Kind die wundervolle Schöpfung Gottes zu zeigen, diese zu wahren und Gottes große Liebe auf seinem Weg mitzugeben. Mich dabei selbst von gesellschaftlichen Ansprüchen und innerlichen Glaubenssätzen zu befreien und Frieden in meinem alltäglichen Glauben zu finden. Was ist deine Definition? Schreibe mir gerne eine persönliche Nachricht oder hinterlassen einen Kommentar.

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