OSTERN – Traditionen als Familie entdecken

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Am Telefon gingen meine Schwiegermutter und ich unsere Kalender durch, um einen Tag zu finden, an dem wir Ostern feiern könnten. Denn an den eigentlichen Feiertagen waren wir schon alle verplant, im Urlaub. Quer verteilt in Deutschland. Also gab es das gemeinsame Osteressen und das Suchen im Garten bereits zwei Wochen vor dem Ostersonntag. Als ich dies hier und da erwähnte, gab es einige verwirrte Blicke – „Wie, Ostern jetzt schon feiern?“ „Ja, warum denn nicht?“

Doch zwei Tage vor dem Familientreffen saß ich abends mit meinem Mann zusammen und sagte erstaunt: „Du, am Sonntag feiern wir ja bereits Ostern. Wie wollen wir das eigentlich machen?“ …mit dieser Frage stürzte ich mich in das Thema, welche Feste und Feiertage wir als Familie feiern möchten, und vor allem wie. Welche Traditionen haben wir? Welche möchten wir erschaffen, welche übernehmen?

Auf Instagram bekam ich von Usern die Rückmeldung, dass ich nicht die einzige bin, die sich diese Fragen – schwupp, sind Kinder im Haus – stellt. Gleichzeitig wurde mir bewusst, dass ich bisher eigentlich nur für Weihnachten und Geburtstage konkrete Vorstellungen, wie diese in Bestandteilen zu feiern seien, besitze. Doch Ostern verlegten wir dieses Jahr sogar um zwei Wochen vor! Bei Weihnachten käme ich hierfür nie auf die Idee.

Dabei gilt Ostern als das höchste christliche Fest im Kirchenjahr. Für viele Menschen sind die Feiertage willkommene freie Tage, die mit Verwandtschaft oder Freunden verbracht werden. Oder der perfekte Zeitpunkt, um Urlaub zu nehmen. Und was bedeuten sie für mich und meine Familie?

Kindheitserinnerungen

Krame ich in meinem Gedächtnis, so verbinde ich Ostern immer mit der Suche nach Geschenken und Schokolade. Eine meiner frühesten Kindheitserinnerung ist die, wie wir im Wohnzimmer unserer Wohnung den Schokohasen suchten. Wir fanden ihn einfach nicht. Bis mein Papa das Versteck in der hölzernen Wanduhr lüftete. Ich weiß noch, wie wir alle lachten und ich mich riesig freute ob dieses raffinierten Verstecks. Wie alt war ich damals? Wahrscheinlich so um die 4. Ein Alter, in dem Erinnerungen gemacht werden. Das Alter, in das unser Junge kommt und ich ihm Erinnerungen für das Leben erschaffen möchte.

Wie alt war ich damals?

Wahrscheinlich so um die 4. Ein Alter, in dem Erinnerungen gemacht werden.

Später im Grundschulalter sehe ich uns als Geschwister gemeinsam mit meinen Cousins und meiner Cousine bei Oma und Opa am Tisch den österlichen Sonntagsbraten essen. Wo unsere Eltern derzeit waren, weiß ich gar nicht.

Auch besuchten wir besondere Themengottesdienste von Karfreitag bis Ostermontag. Zwar nahm ich an diesen nur ein oder zweimal als Kind teil, doch sie blieben mir positiv im Gedächtnis.

Sobald ich 14 wurde, änderte sich Ostern vom Familienfest zu schulfreien Tagen, die ich gerne bei Freunden oder auf Pfadfinderlagern verbrachte. Später und bis heute nutzen mein Mann und ich diese Zeit sehr gerne für Kurzurlaube. Von seiner Seite aus kam die Tradition, dass wir rund um Ostern mit der Großfamilie in ein Restaurant zum Osteressen gehen oder wie dieses Jahr uns Essen liefern lassen.

Bei all diesen Memoiren erinnere ich mich an dieses nicht: an die Ostereiersuche. (Fun Fact: Ich glaube, ich habe tatsächlich auch noch nie Ostereier gefärbt und stelle mir das auch irgendwie sehr kompliziert vor – müssen die denn immer ausgeblasen werden? Oder können sie auch einfach hartgekocht werden?) Bei uns gab es immer Geschenke und ein wenig Schokolade. Die Geschenke fielen dabei meistens klein, manchmal auch größer aus. „Klein“ war häufig eine Kassette/CD als Hörspiel. Vielleicht gab es noch einen Schal oder ein Shirt in Teenager-Zeiten dazu. „Größer“ war das Geschenk, als es passend zu der Jahreszeit die ersten oder später neue Inliner gab.

Erste Ostern mit Kind

Das erste Ostern für unseren Sohn fiel in ein Coronajahr und wir verbrachten es zu dritt. Ich kaufte Fisch und Lamm und vergaß den Fisch doch glatt am Freitag zuzubereiten. Das Lamm wurde am Sonntag gegrillt. Im vergangenen Jahr kaufte ich dann gefärbte Ostereier und versteckte sie in unserem Garten für den Jungen und in den Nachbargärten für die Nachbarskinder. Zudem gab es ein Sandfahrzeug, das dem Knirps bis heute treu auf jeden Sandkastenausflug zur Seite steht.

Und dieses Jahr? Zum Glück gab es gutes Wetter (der Schneefall kam erst eine Woche später) und wir konnten wieder im Garten Geschenke verstecken. Bunte (wieder gekaufte) Ostereier gab es auch und die zu verstecken, machten mir und meiner Schwester mindestens genauso viel Spaß wie den Kindern später beim Suchen zuzusehen. Einige Tage vorher erklärte ich dem Jungen anhand seiner Kinder-Wimmelbibel* den christlichen Hintergrund zum Fest und dass wir zur Osterfeier zu den Großeltern fahren. Und das der Osterhase zu ihnen kommt – ja, schon seltsam, denn auch wenn es in unserer Familie nicht den Weihnachtsmann gibt (nein, auch nicht das „Christkind“) kommt irgendwie der Osterhase doch vorbei.

Geschenke gab es dieses Jahr auch. Sie fielen sogar „größer“ aus. Das bedeutet für mich jedoch nicht, dass dies jedes Jahr so sein muss. Über die langersehnten Bagger* und Kipplaster* für den Spielplatz freute sich unser Sohn jedoch riesig und er wollte sie quasi mit ins Bett nehmen. Ein Eisenbahn-Buch* mit vielen Klappen von „Momi“ und ein Holzeisenbahn-Set, das wir noch auf Lager hatten (eine Weitergabe aus der Großfamilie) fand er ebenso zwischen den Sträuchern. Sind das zu viele Geschenke? Lenkt es von dem eigentlichen Hintergrund des Osterfestes ab? Aber wie ist es an Weihnachten? Lenken da die Geschenke nicht eigentlich auch nur vom Wesentlichen ab?

Biblischer Hintergrund

In den letzten Tagen konnte ich mich kaum vor den Newslettern retten, die zu Ostergeschenken raten und die besten Last-Minute-Mitbringsel anpriesen. Ein Beweis dafür, dass Ostern wie Weihnachten kommerzialisiert wurde. Ich bin gegen diesen Konsumrausch, aber warum gibt es dann trotzdem bei uns Geschenke? Aus zwei Gründen: Weil wir so gerne schenken und Ostern ein Grund zum Feiern ist! Und zu einer richtig tollen Feier gehören Geschenke dazu – seien sie materiell oder aus Glücksmomenten.

Zudem denke ich, das es eine Sache der Erklärung ist. Unserem Sohn sagten wir, dass wir feiern wollen, dass Jesus für uns auferstanden ist, ER uns von unseren Sünden befreite. „Oh ja! Denn das ist ein riesiges, ein ganz tolles großes Geschenk – und daher möchten wir auch dir etwas schenken. Denn wir wollen mit dir gemeinsam feiern!“

Natürlich versteht er noch nicht alles. Doch er hört aufmerksam zu.

Für ihn ist es nicht das erste Mal, dass er von Jesus hört.

Natürlich versteht er noch nicht alles. Doch er hört aufmerksam zu. Für ihn ist es auch nicht das erste Mal, dass er von Jesus hört, daher ist der Zusammenhang für ihn vielleicht weniger abstrakt als für Kinder, die im sonstigen Alltag nie etwas von Jesus und Gott hören oder täglich beten.

Einen schönen – und ganz anderen – biblischen Ansatz zur Osterfeier stellt Katrin Grieco in ihrem Buch „Wenn Frösche Feste feiern: Himmlisch bunte Ideen für Familienfesttage zur Bibel und zum Jahreslauf“* vor. Hier wird aus dem Osterfest ein Fest der innigen Freundschaft. Ja, Jesus bietet uns seine Freundschaft an, egal welchen Bockmist wir veranstalten. Er starb für uns, nahm diese ganze Last auf sich und überwand die Dunkelheit. Brachte quasi das Osterlicht in die dunkle Nacht. Übrigens – was für eine krasse Geschichte bitte war das als Jesus am Kreuz starb – ein Erdbeben und Sonnenfinsternis und dann früh am morgen die Auferstehung!

In Ruhe konnte ich Katrin Griecos Buch durchblättern, während die Männer im Haus noch eine zweite Fuhre Osterplätzchen bucken.

Eine für Kindergartenkinder gerechte Erzählung bietet dazu die Reihe „Emmi – Mutmachgeschichten für Kinder“ an. „Das Ostergeschenk“* gibt es entweder als Mini-Buch oder als „Emmi und die Osterfreude“* als Hörspiel-Set. Wir entdeckten Emmi und ihre Geschichten erst vor kurzem und können sie nur als echten Tipp weiterempfehlen, da wir uns als Familie und auch unser Sohn sich völlig mit ihren Erlebnissen identifizieren können.

Katrin Grieco nimmt den Hahn als Symbol für die Osterzeit und für die Freundschaft zwischen Petrus und Jesus. (Wer den Hintergrund hierzu erfahren möchte, sollte in der Bibel Lukas 22, 31-65 und Johannes 21, 1-14 lesen.) So sind auch ihre Basteltipps mit den Kindern mit vielen bunten Federn geschmückt und reichen von Serviettenringen bis hin zu Schatzsuchen mit Hahnentrittspuren. Leider habe ich dieses Buch zu kurzfristig erhalten, als dass ich hier noch etwas umsetzen hätte können. Aber die Autorin stellt noch viele weitere Feste vor, die ich gerne mit meiner Familie angehen werde.

Apropos Basteleien und Aktivitäten mit Kindern: Im Buch „Mit Montessori durch das Jahr!“ gibt es ebenfalls viele kreative Anregungen, wie die Osterzeit mit den Kindern mit allen Sinnen erlebt werden kann. Für jedes Alter zwischen 2 und 6 Jahren ist hier eine Idee zu finden.

Wie wird Ostern bei anderen gefeiert? Eine Umfrage

Als mein Mann und ich bemerkten, dass wir gar nicht wirklich wussten, wie wir Ostern feiern möchten, beschloss ich, Freunde und Bekannte zu fragen, wie sie denn dieses Fest gestalten. Ein kunterbuntes Potpurri kam auf diese Frage als Antwort an mich zurück. Und es war so spannend mir all die Sprachnachrichten anzuhören und Antworten durchzulesen! Von kulturellen und länderspezifischen Traditionen über regionale Bräuche bis hin zu Gepflogenheiten, die allein in der eigenen Familie weitergegeben werden, war so viel Interessantes dabei.

Eine amerikanische Freundin erzählte mir, dass sie zu jedem Ostern ein neues Kleid und einen Osterhut für die Feiertage erhielt. Auch gab es in ihrer Kindheit – genau wie bei italienischen Freunden – übergroße Ostereier, in denen ein Geschenk versteckt ist.

Für andere ist Ostern eng verbunden mit dem „Lämmle“, dem Osterlamm aus süßem Hefeteig. Ohne diesem Lamm fühle es sich nicht wie Ostern an und in Corona-Zeiten wurde dieses – anstatt es wie jedes Jahr gemeinsam zu backen – in der Familie zueinander per Post verschickt.

Andere erzählten mir, dass ihre Ostertradition schon mit der Fastenzeit beginnt. Hier wird dann auf Süßigkeiten verzichtet und freitags auf Fleisch. Für andere wiederum beginnt das „richtige“ Ostern mit dem Palmsonntag eine Woche vor dem Ostersonntag. Wer hier in der Familie am spätesten aufsteht, wurde das ganze Jahr als „Palmesel“ betituliert, was kein Kompliment darstellt.

Am Karfreitag werden gemeinsam als Familie blühende Zweige für einen Osterstrauch und Moos für Osternester gesammelt.

Einen besonders schönen Brauch finde ich es, am Karfreitag gemeinsam als Familie blühende Zweige für einen Osterstrauch und Moos für Osternester zu sammeln, die dann am Ostersonntag im Garten versteckt werden. Wobei Ostern allgemein häufig mit schönem Wetter in Verbindung gebracht wird und natürlich mit gutem Essen. Am Gründonnerstag gibt es teilweise „Grünes Essen“, am Karfreitag Fisch und am Ostersonntag wird oft als Großfamilie gemeinsam gefrühstückt oder es wird sogar draußen gepicknickt – sogar mit Lagerfeuer. Diese Idee finde ich auch sehr schön. Traditioneller ist der Brauch eines besonders guten Mittagessens mit Lammfleisch.

Für die meisten gehörte das Eierfärben in der Kindheit klassisch dazu und wird nun stückweise – abhängig vom Alter der Kinder – wieder aufgenommen.

Bei der Ostersuche werden entweder Eier, kleine Geschenke, Schokolade oder Weggefährten, die zum Frühlingswetter passen (wie Inliner, Fahrräder, Laufräder, Roller und Co.) versteckt.

Und richtig traditionell wird es in einigen Dörfern, in denen noch regionales Brauchtum hochgeschrieben wird. So treten sich bspw. im badischen Heidelsheim jedes Jahr am Ostersonntag Alt und Jung mit ihren gefärbten Ostereiern und dem Spruch „Spitz auf Spitz oder Arsch gegen Arsch“ auf dem Higgo-Markt entgegen, mit dem Ziel, die eigene Sammlung an bunten Eiern zu vergrößern. Nachzulesen ist dieser Brauch hier.

Das Osterlicht hinterließ bei einer Bekannten einen starken Eindruck.

Einige wenige der Befragten gehen auch in die Kirche. Das Osterlicht hinterließ bei einer Bekannten einen starken Eindruck als diese eine Osternacht besuchte. Insbesondere Freunde, die einer orthodoxen Glaubensgemeinschaft angehören, verbinden Ostern fast ausschließlich mit religiösen Zeremonien und Segnungen.

Mit Kindern werden Gärten und das eigene Zuhause österlich geschmückt, es wird gebastelt und auch Osterplätzchen gebacken. Bücher über Ostern werden von den Eltern zur Vorbereitung auf die Feiertage vorgelesen und vielleicht ein besonderer Film angesehen. (Früher wurde in meinem Bekanntenkreis häufig der Film „Ben Hur“ angesehen – die Altersfreigabe ist jedoch erst FSK 12.)

Was möchte ich übernehmen?

Und nun? Wie möchte ich zukünftig meine Osterfeiertage gestalten? Gibt es Impulse, die ich für mich übernehmen möchte? Gibt es für dich neue Ideen, die du für euch als Familie nutzen willst?

Ich denke, wir werden nächstes Jahr die Ostereier zum ersten Mal selbst färben. Eine Freundin schickte mir hierzu die Anleitung, wie es möglich ist, die Ostereier natürlich, nachhaltig und ohne Chemie zu färben. So werden die Eierschalen bspw. rot aufgrund von Roter Beete, braun durch Kaffeesatz und gelb durch das Kurkumapulver.

Auch möchte ich nächstes Jahr das Osterlämmle* backen. Beibehalten werde ich das Osterplätzchenbacken, das hat dieses Jahr mit dem Knirps sehr viel Spaß gemacht und er verteilte die selbst ausgestochenen* Kekse dann an seine Freunde und die Kindergartenerzieherinnen. Und für das gemeinsame Osteressen kann ich mir gut vorstellen, Dekoration mit den Kindern vorzubereiten.

Und vielleicht tue ich es sogar bereits in diesem Jahr den Frauen in der Bibel gleich:

Früh am Sonntagmorgen, gerade als die Sonne aufging, machten sie sich (die Frauen) auf den Weg zum Grab.

Markus 16,2

Diese standen am Ostersonntag in der Früh auf und suchten Jesus am Grab. Dort fanden sie ihn jedoch nicht mehr, sondern trafen ihn auferstanden und lebendig im Garten. Dieser Gedanke gefällt mir – auch ich möchte Jesus in der Frühe suchen und ihn lebendig finden. Um dann, wie die Frauen der Bibel es ihren Freunden erzählten, meiner Familie zu sagen: „Guten Morgen ihr Lieben, wisst ihr was? Jesus lebt! Kommt, lasst uns das feiern!“

Maria Magdalena fand die Jünger und erzählte ihnen: „Ich habe den Herrn gesehen!“ Dann berichtete sie, was er ihr aufgetragen hatte.

Johannes 20, 18

Apropos Bibel: Eine völlig neue Perspektive schafft die Videoreihe von „Glaub schon“ mit der Osterzeitreise. Bitte schaut sie euch unbedingt an! (Spoiler: Auch zu anderen biblischen Feiertagen gab es schon solche Videos. Danke an die Macher!)

Zum Abschluss:

Eine Freundin beschrieb ihre Tradition folgendermaßen: „Zeit mit den Lieben verbringen, inne halten, dankbar sein, zur Ruhe kommen. Ansonsten lecker essen, Sträucher im Garten schmücken, an der frischen Luft sein. (Das ist) vielleicht nicht so traditionell, wie du erwartet hast.“

Für mein Empfinden, ist diese Beschreibung jedoch die beste Zusammenfassung aller gesammelten Traditionen. Oder was meint ihr?

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